Der HCB Südtirol Alperia gibt offiziell die Verpflichtung des finnischen Trainers Antti Karhula für die Saison 2026/27 bekannt. Für den 50-jährigen aus Oulu ist es nicht die erste Erfahrung in der ICE Hockey League, wo er bereits Fehérvár und Ljubljana trainiert hat. Komplettiert wird der Coaching Staff von Associated Coach Fabio Armani, Goalie Coach Daniel Goller und Athletiktrainer Daniel Peruzzo.
„Wir haben lange daran gearbeitet, einen Trainer zu finden, der mit Begeisterung mit jungen Spielern arbeitet und sie weiterentwickelt“, erklärt Geschäftsführer und Sportdirektor Dieter Knoll. „In diesem Jahr wollten wir in eine Mannschaft investieren, die eine Mischung aus Erfahrung und jungen Talenten darstellt. Gerade Letztere sollen regelmäßig Eiszeit erhalten. Deshalb möchten wir, dass sowohl unter den ersten zwölf Stürmern als auch unter den ersten sechs Verteidigern stets mindestens ein U24-Spieler vertreten ist. Coach Karhula ist es gewohnt, sich intensiv mit der Entwicklung junger Spieler zu beschäftigen, kennt die Liga bestens und hat von Beginn an großes Interesse an unserem Verein gezeigt.“
Karhula ist nach dem verstorbenen Jari Helle (2008/09, 2010) und Kai Suikkanen (2017–19) der dritte finnische Trainer in der Geschichte des HCB.
Von Finnland auf die europäischen Trainerbänke
Nach einer Spielerkarriere, in deren Verlauf Antti Karhula in der Serie-A-Saison 2004/05 auch das Trikot von Turin trug, begann er bereits 2010 in seiner Heimat als Trainer bei den Nachwuchsmannschaften von KooKoo zu arbeiten. Seine erste Aufgabe als Head Coach übernahm er in der Mestis, der zweithöchsten finnischen Liga. Dort stand er vier Jahre lang bei Hermes an der Bande und war gleichzeitig als Assistant Coach der estnischen Nationalmannschaft tätig.
2018 wechselte er nach Ungarn. Die Saison begann er als Head Coach der Dunaújvárosi Acélbikák in der Erste Liga und beendete sie als Assistant Coach von Fehérvár AV19. Auch in der Saison 2019/20 blieb er in dieser Funktion beim ungarischen Team. Am 21. Januar wurde er als Nachfolger seines Landsmannes Hannu Järvenpää zum Head Coach befördert. Auch die darauffolgende Saison verbrachte er als Cheftrainer in Fehérvár. Im Laufe der Spielzeit 2021/22 übernahm er den Head-Coach-Posten beim slowakischen Verein Banská Bystrica. Dort blieb er über weite Teile der folgenden Saison, bevor er die Spielzeit erneut in der ICEHL beendete, diesmal bei Olimpija Ljubljana. In der slowenischen Hauptstadt blieb er bis Dezember 2024, ehe er nach Polen wechselte und den Trainerposten bei Unia Oświęcim übernahm. In der vergangenen Saison trainierte Karhula für kurze Zeit den EC Bad Nauheim in der DEL2.
„Ich war in den vergangenen Jahren mehrmals mit Bozen in Kontakt und bin überglücklich, dass es jetzt endlich geklappt hat“, erklärt Karhula. „Der HCB ist eines der besten Teams der ICEHL und Bozen ein wunderbarer Ort zum Leben. Ich kann es kaum erwarten, loszulegen.“ Anschließend spricht der Finne über die Entwicklung der Liga und seine Spielphilosophie: „Die ICEHL ist von Jahr zu Jahr ausgeglichener geworden. Während es früher nur einige wenige ausgewählte Teams gab, die um den Titel mitspielen konnten, ist die Zahl der Anwärter inzwischen deutlich größer. Ich habe oft gegen Bozen gespielt, und die Mannschaft war defensiv immer sehr gut strukturiert. Diesen Aspekt möchte ich beibehalten und gleichzeitig meine eigene Mentalität einbringen, die auch stark auf den offensiven Spielaufbau und die Weiterentwicklung dieses Bereichs ausgerichtet ist.“ Karhula wird einen Kader zur Verfügung haben, der eine Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten darstellt, die in die Mannschaft integriert werden sollen: „Das unterscheidet sich nicht von dem, was ich bereits in Fehérvár und Ljubljana erlebt habe, und genau diese Art von Arbeit macht mir Spaß. Die erfahrenen Spieler müssen auf und neben dem Eis als Vorbilder vorangehen. Die jungen Spieler müssen ihre Ziele verfolgen, neugierig sein, neue Dinge lernen und hart arbeiten. Wir Coaches werden da sein, um sie zu unterstützen und in die richtige Richtung zu lenken.“ Abschließend äußert er sich zu den traditionell hohen Erwartungen in Bozen: „Es gibt nichts, was ich lieber tue, als zu coachen. Druck ist ein Privileg. Man muss ihn wertschätzen und zu seinem Vorteil nutzen. Er hilft einem dabei, sich selbst anzutreiben, sich zu verbessern und gute Arbeit zu leisten.“
Weitere Informationen über Antti Karhula: https://www.eliteprospects.com/staff/4640/antti-karhula
Fabio Armani und Daniel Goller bestätigt
Als Associated Coach bestätigt wurde Fabio Armani, der sich damit auf seine achte Saison bei den Foxes vorbereitet. Er kam 2019 nach Bozen. Nach einer langen Spielerkarriere hatte er zuvor bereits Pontebba, Valpellice und Pergine trainiert. Im Laufe der Jahre war er außerdem als Head Coach der italienischen U18-Nationalmannschaft tätig. Bei den Weltmeisterschaften der Division I, Gruppe A, in den Jahren 2021, 2023 und 2024 gehörte er zudem als Assistant Coach zum Trainerstab der italienischen A-Nationalmannschaft.
Daniel Goller geht hingegen in seine zweite Saison als Goalie Coach. Der 44-jährige Südtiroler arbeitete im Laufe seiner Karriere für mehrere Vereine im In- und Ausland sowie auf Nationalmannschaftsebene. In den vergangenen Jahren war er unter anderem als Torwarttrainer für die Nürnberg Ice Tigers und die Löwen Frankfurt in der DEL sowie für die ungarische Nationalmannschaft tätig.
Daniel Peruzzo wird im dritten Jahr in Folge für die athletische Vorbereitung der Mannschaft verantwortlich sein. Nach einer langen Spielerkarriere, die in der Nachwuchsabteilung der Weiß-Roten begann und in deren Verlauf er zwischen 2003 und 2007 insgesamt 54 Serie-A-Spiele für die Foxes absolvierte, spezialisierte er sich vor elf Jahren auf den Bereich Athletiktraining. In dieser Funktion betreute er den HC Eppan und seit zwei Jahren auch den HCB.