HCB 2026/27: Jugend, Wettbewerbsfähigkeit und ein neues Erlebnis in der Sparkasse Arena

Die neue Saison der Foxes wurde offiziell vorgestellt: mehr Raum für junge Spieler, ohne auf Ambitionen zu verzichten, eine neue sportliche Philosophie und ein Projekt, das den Spieltag für das Publikum zu einem immer mitreißenderen Erlebnis machen soll. Institutionen, Sponsoren, Verein und Fans gemeinsam zum Auftakt der vierzehnten Saison in der ICE Hockey League.

Der HCB Südtirol Alperia hat der Presse offiziell die Saison 2026/27 vorgestellt, die vierzehnte seiner Geschichte in der ICE Hockey League. An der Pressekonferenz nahmen HCB-Präsident Michele Nobile, CEO und Sportdirektor Dieter Knoll, der Präsident des Südtiroler Landtags Angelo Gennaccaro sowie der Bozner Vizebürgermeister und Stadtrat für öffentliche Arbeiten Stephan Konder teil. Ebenfalls anwesend war die Mannschaft, die anschließend ein für die Medien zugängliches Eistraining absolvierte und unter anderem von Vertretern und Verantwortlichen der wichtigsten Sponsoren sowie vom Präsidenten des CONI-Komitees Bozen, Alex Tabarelli, begrüßt wurde.

Nach einer Saison 2025/26, in der die Foxes die Top Six erreichten und die Regular Season auf dem vierten Platz abschlossen, ehe im Viertelfinale Endstation war, startet der HCB mit einem in mehreren Bereichen erneuerten Projekt in die neue Spielzeit. Ein Grundsatz bleibt in Bozen jedoch unverändert: der Anspruch, auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu sein.

Zwischen Zukunft und Tradition
Eröffnet wurde die Pressekonferenz von HCB-Präsident Michele Nobile, der betonte, dass die bevorstehende Saison sinnbildlich für die Verbindung zwischen der Zukunft stehe, die der Verein aufbauen möchte, und jener Geschichte, auf der die Identität des Clubs beruht: „Diese Saison steht sehr gut für das, was wir als Verein sein wollen: ein Club, der in die Zukunft blickt, jungen Spielern Vertrauen schenkt und ihnen einen konkreten Weg eröffnet, ohne dabei jemals die eigenen Wurzeln zu vergessen. Am Sonntag werden wir mit dem Rückzug von vier Trikotnummern, die unterschiedliche Epochen des HCB geprägt haben, einen historischen Moment erleben. Ich glaube nicht, dass Zukunft und Tradition Gegensätze sind. Im Gegenteil: Gerade indem wir unsere Geschichte kennen und würdigen, können wir weiter an dem bauen, was vor uns liegt.

Am Sonntag, 20. September, werden um 16:30 Uhr die Nummern 8 von Rolando Benvenuti, 19 von Hubert Gasser, 4 von Robert Oberrauch und 25 von Martin Pavlu offiziell zurückgezogen und unter das Dach der Sparkasse Arena gezogen. Dort werden sie die Nummer 33 von Gino Pasqualotto ergänzen, die bereits 2019 zurückgezogen wurde. Gemeinsam stehen die vier Spieler für rund vier Jahrzehnte weiß-roter Vereinsgeschichte.

Eine neue Philosophie: mehr Raum für junge Spieler
Eines der zentralen Themen, die CEO und Sportdirektor Dieter Knoll ansprach, war der neue Weg bei der Zusammenstellung des Kaders.

Vier italienische U24-Spieler wurden fest in den erweiterten Kreis der ersten Mannschaft aufgenommen: Nicolò Remolato und Jakob Fuchs im Sturm sowie Enrico Larcher und Noah Frick in der Verteidigung. Die vom Verein vorgegebene Linie sieht vor, dass mindestens einer der ersten zwölf Plätze im Sturm und einer der ersten sechs Plätze in der Defensive an einen U24-Spieler vergeben wird – eine Entscheidung, die auch von Coach Karhula mitgetragen wird. „Wir haben uns bewusst für einen neuen Weg entschieden. Wir wollen nicht junge Spieler im Kader haben, nur um sagen zu können, dass wir sie haben. Wir wollen ihnen die konkrete Möglichkeit geben, zu spielen, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Unser Ziel ist es, dauerhaft einen U24-Spieler unter den ersten zwölf Stürmern und einen unter den ersten sechs Verteidigern zu haben. Dieser Weg betrifft nicht nur diese Saison, sondern soll auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden“, erklärte Knoll.

Eine wichtige Rolle in diesem Projekt wird die erneuerte Zusammenarbeit mit dem HC Meran Pircher spielen, der als Farmteam der Foxes bestätigt wurde. Frick, Larcher, Fuchs und Remolato werden sowohl in Bozen als auch in Meran eingesetzt werden können. So bleiben sie im Umfeld der ersten Mannschaft und können gleichzeitig, wenn nötig, Spielpraxis und Einsatzminuten in der Alps Hockey League sammeln.

Jung, aber mit denselben Ambitionen
Der stärkere Fokus auf die Entwicklung junger Spieler bedeutet jedoch keineswegs eine Verringerung der sportlichen Ambitionen. Im Sommer hat der HCB weiterhin in international erfahrene Spieler investiert. Im Tor wurde Louis Domingue verpflichtet, der auf mehr als 150 NHL-Einsätze und langjährige Erfahrung in der AHL zurückblicken kann. In der Verteidigung wurde der Kader unter anderem mit Teemu Kivihalme und Zac Leslie verstärkt, während Isaac Ratcliffe im Angriff Physis und Erfahrung aus mehr als 300 Spielen in der American Hockey League mitbringt.

Mehr körperliche Präsenz war eines der Ziele bei der Kaderplanung, ebenso wie die Balance zwischen Erfahrung, Qualität und jungen Kräften. „Jungen Spielern mehr Raum zu geben bedeutet nicht, dass wir auf unsere Ambitionen verzichten – fügte Knoll hinzu –. Wir wissen sehr genau, was es bedeutet, in Bozen zu spielen und welche Erwartungen es hier gibt. Deshalb haben wir wichtige und sehr erfahrene Spieler in den Kader geholt. Unser Ziel bleibt, die Playoffs auf direktem Weg zu erreichen, also über die Top Six. Danach beginnt gewissermaßen eine neue Meisterschaft.

Antti Karhula und eine neue Identität
Auch die Wahl des neuen Cheftrainers ist Teil des von der Vereinsführung angestoßenen Philosophiewechsels. Der HCB hat die Mannschaft dem 50-jährigen Finnen Antti Karhula anvertraut, der bereits in der ICE Hockey League für Fehérvár und Olimpija Ljubljana tätig war und anschließend weitere Erfahrungen in der Slowakei, Polen und Deutschland sammelte. „Mein Ziel ist es, der Mannschaft eine Struktur zu geben, die auf offensives Eishockey ausgerichtet ist, gleichzeitig aber die notwendige defensive Kompaktheit besitzt. Ich bin mit der Preseason sehr zufrieden und wir können es kaum erwarten, dass es richtig losgeht. Natürlich befindet sich unser Spiel noch im Aufbau. Es ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess, der auch in den kommenden Wochen weitergehen wird“, so Karhula. „Wir wollten im Vergleich zu den vergangenen Spielzeiten einen anderen Weg einschlagen – erklärte Knoll –. Wir suchten einen jüngeren Trainer, der noch einen langen Teil seiner Karriere vor sich hat, bereit ist, mit jungen Spielern zu arbeiten und offen für den Austausch mit den Spielern ist. Antti hat von Beginn an an das Projekt geglaubt und wir sind überzeugt, dass seine Eishockeyidee gut zu den Eigenschaften der Mannschaft passt, die wir zusammengestellt haben.

Neuer Kapitän und damit der zwanzigste in der Geschichte des HCB ist Luca Frigo, der in seine elfte Saison in Folge im weiß-roten Trikot geht: „Kapitän des bedeutendsten Vereins im italienischen Eishockey zu sein, ist eine unbeschreibliche Ehre, aber auch eine große Verantwortung – erklärt Frigo –. Ich weiß genau, was es bedeutet, dieses Trikot zu tragen und auch, was es bedeutet, das ‚C‘ darauf zu tragen. Bereits seit Corvara hat sich eine sehr gute Gruppe entwickelt, mit erfahreneren und jüngeren Spielern. Das wird wichtig sein, damit eine gute Teamchemie entsteht.

Die ICE Hockey League in den Medien
Dank der erneuerten Vereinbarung mit DAZN Italia werden 24 Spiele der Regular Season auch kostenlos übertragen – jeweils acht Spiele von Bozen, dem HC Pustertal und Liganeuling Mailand. Darüber hinaus werden sämtliche Spiele der ICE Hockey League live auf der internationalen Plattform Sporteurope.tv gestreamt.

Rekordpublikum, unveränderte Preise und eine neue Fan Experience
In der Saison 2025/26 kamen in der Regular Season durchschnittlich 3.375 Zuschauer in die Sparkasse Arena – der höchste Wert in der Geschichte des HCB. Zwei Derbys gegen den HC Pustertal waren mit jeweils 6.738 Zuschauern ausverkauft. Insgesamt besuchten 99.530 Zuschauer die 30 Heimspiele in Meisterschaft und Champions Hockey League.

Auf Grundlage des stetig wachsenden Zuschauerzuspruchs hat der Verein entschieden, seine Preispolitik im Wesentlichen unverändert zu lassen. Die Preise für Tageskarten bleiben auf dem Niveau der vergangenen Saison, während es weiterhin ermäßigte Tarife für Studenten zwischen 19 und 25 Jahren sowie für Jugendliche gibt. „Wir wollten unseren Fans bewusst entgegenkommen und die Preise trotz allgemein gestiegener Kosten unverändert lassen. Insbesondere wollen wir weiterhin den Besuch junger Menschen in der Sparkasse Arena fördern. Gleichzeitig möchten wir an dem Erlebnis arbeiten, das wir unserem Publikum bieten: Ein Spiel soll immer mehr zu einem Event werden und nicht nur aus dem bestehen, was auf dem Eis passiert.

Ab dieser Saison startet der Club deshalb auch im Bereich Fan Experience und Unterhaltung einen neuen Entwicklungsprozess. Zu den Neuerungen zählt Marlene Straudi als neue Hallensprecherin der Sparkasse Arena. Sie sammelte bereits bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 Erfahrung, wo sie beim Eishockeyturnier bis zum olympischen Herrenfinale im Einsatz war. Hinzu kommen eine neue Intro-Show, neue Formen der Publikumsaktivierung und ein noch stärkerer Fokus auf die Gesamtatmosphäre des Events. Die Saison 2026/27 wird in diesem Bereich ein erstes Entwicklungs- und Testjahr sein, auf dessen Erfahrungen in Zukunft weiter aufgebaut werden soll.

Angelo Gennaccaro: „Der HCB ist Teil der Identität unseres Landes“
An der Pressekonferenz nahm auch Angelo Gennaccaro, Präsident des Südtiroler Landtags, teil. Er hob die Rolle des Hockey Club Bozen hervor, die weit über den rein sportlichen Bereich hinausgeht und für das Land sowie für mehrere Generationen von Fans von großer Bedeutung ist. „Der Hockey Club Bozen ist viel mehr als nur eine Mannschaft: Er ist ein wichtiger Teil der Sportgeschichte und der Identität unseres Landes. Generationen von Südtirolerinnen und Südtirolern sind mit diesen Farben aufgewachsen und die Tradition des HCB ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Deshalb ist es besonders bedeutend zu sehen, dass dieser Verein weiterhin hohe Ziele verfolgt und zugleich jungen Südtiroler und italienischen Spielern konkrete Chancen geben möchte. Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich an der Seite internationaler Topspieler weiterzuentwickeln, bedeutet gleichzeitig auch, in die Zukunft unseres Eishockeys zu investieren“, sagte Gennaccaro.

Sparkasse Arena: neue Einrichtungen und der Blick auf die zweite Eisfläche
Der Bozner Vizebürgermeister und Stadtrat für öffentliche Arbeiten Stephan Konder gab hingegen einen Überblick über die Maßnahmen in der Sparkasse Arena. Im Laufe des Sommers wurden die sanitären Anlagen im Erdgeschoss der Halle vollständig erneuert. Die Arbeiten betrafen 20 Toiletten in insgesamt neun Blöcken, die noch aus dem Eröffnungsjahr der Arena 1993 stammten. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf knapp 660.000 Euro. Die Arbeiten wurden so geplant, dass die erneuerten Einrichtungen rechtzeitig zum Start der neuen Saison zur Verfügung stehen.

Die Sparkasse Arena ist ein wichtiger Bezugspunkt für den Bozner Sport und wir wollten konkret handeln, um Komfort, Funktionalität und Dienstleistungen für das Publikum zu verbessern. Die Erneuerung der Toiletten war ein notwendiger Schritt. Gleichzeitig arbeiten wir weiterhin am wichtigsten Projekt für die Zukunft der Anlage, nämlich der zweiten Eisfläche. Nach dem aktualisierten Zeitplan ist es unser Ziel, im Herbst 2027 mit den Arbeiten zu beginnen“, erklärte Konder.

Der Bau der zweiten Eisfläche ist bereits in der Investitionsplanung der Stadt vorgesehen. Das Projekt sieht eine Erweiterung der Sparkasse Arena mit einer neuen regulären Eisfläche vor, die für Eishockey, Eislauf und weitere Aktivitäten auf dem Eis genutzt werden soll.

HCBfans.net präsentiert den Kampfgeist-Preis „Gino Pasqualotto“
Im Rahmen der Pressekonferenz erhielt auch HCBfans.net Raum für seine Präsentation. Vereinspräsident Bruno Flor stellte die neue Ausgabe des Kampfgeist-Preises „Gino Pasqualotto“ vor. Die Auszeichnung wird jedes Jahr an jenen weiß-roten Spieler vergeben, der sich während der Regular Season besonders durch Einsatzbereitschaft, Kampfgeist, Aufopferungsbereitschaft und Verbundenheit mit dem Trikot auszeichnet.

Seit 2019 trägt die Trophäe den Namen von Gino Pasqualotto, der im selben Jahr verstorbenen HCB-Legende und Sinnbild des weiß-roten Kampfgeists. Im Laufe der Jahre beteiligten sich je nach Abstimmungsmodus Mitglieder von HCBfans.net, Fans sowie Vertreter der lokalen Medien an der Wahl des Siegers. Die jüngste Ausgabe gewann Brad McClure, der in der vergangenen Regular Season mit 31 Toren eine herausragende Rolle spielte.

Alles bereit für den Start
Die Saison beginnt offiziell am Freitag, 18. September, um 19:45 Uhr, wenn die Vienna Capitals in der Sparkasse Arena zu Gast sein werden.

Das große Eröffnungswochenende geht am Samstag, 19. September, mit der von SEAB organisierten Season Opening Party weiter: Gefeiert wird auf dem Vorplatz der Sparkasse Arena, um 17:00 Uhr findet die offizielle Mannschaftspräsentation mit anschließender Autogrammstunde statt.

Der Sonntag, 20. September, wird schließlich zu einem Tag, der in die Geschichte des Clubs eingehen wird. Um 16:30 Uhr beginnt die „Legends Night“ mit der Zeremonie zum Rückzug der Trikotnummern von Rolando Benvenuti, Hubert Gasser, Robert Oberrauch und Martin Pavlu. Um 18:00 Uhr folgt der Puck Drop zum Spiel gegen den EC Red Bull Salzburg.