Der HCB Südtirol zieht in der Verlängerung gegen Salzburg den Kürzeren

2:0 lagen die Foxes gegen Spitzenreiter Red Bull Salzburg schon vorne. Letzten Endes mussten sich die Weiß-Roten am Freitagabend am neunten Spieltag der Pick Round aber 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben. Michael Boivin sorgte nach 63.42 Minuten für die Entscheidung zu Gunsten der Mozartstädter. Der HCB Südtirol muss nun um den direkten Einzug in die Champions League zittern.

Was den Kader anging, so konnte Coach Tom Pokel aus dem Vollen schöpfen. Auf der Gegenseite gab der Südtiroler Peter Hochkofler in den Reihen von Red Bull Salzburg sein EBEL-Debüt – und das ausgerechnet in seiner Heimat. Als Ehrengäste wurden in der Eiswelle Paolo Azzi, der Vizepräsident des italienischen Fechtverbandes, und dessen Generalsekretär Marco Canella begrüßt. Sie weilten in Bozen, weil in der Messe die Weltcup-Etappe im Säbelfechten der Damen ausgetragen wird.

Die Foxes kamen zunächst nur schwer in die Gänge. Salzrburg kombinierte flink und dominierte die Anfangsphase nach Strich und Faden. Allerdings erarbeiteten sich die „Bullen“ vor Jaroslav Hübl keine klaren Torchancen, was für die gute Defensivarbeit der Foxes sprach. Nach fünf Minuten konnten die Gastgeber erstmals mit einem Mann mehr agieren, aber das „special team“ des HCB sorgte für wenig Gefahr. Kaum war Salzburg wieder vollzählig, da hätte Komarek nach einem Fehler von Pichè beinahe getroffen, doch Hübl war auf seinem Posten.

In der zweiten Hälfte des ersten Drittels hatten Egger & Co. zwei weitere Power-Play-Situationen zu ihren Gunsten, aber es fehlte der letzte, entscheidende Pass, ein präziser Schuss oder ein Geniestreich eines Angreifers, um Gracnar in Bedrängnis zu bringen. Gegen Ende des ersten Spielabschnitts legte Strömberg den Puck für Whitfield auf, der die Scheibe an den Außenpfosten des gegnerischen Tors lenkte.

Santorelli bringt den HCB Südtirol in Führung

Nach der ersten Pause kam der HCB Südtirol mutiger aus der Kabine und schrammte in der vierten Minute an der Führung vorbei. Angelo Esposito mit einem Pass auf Hannes Oberdörfer, der Gracnar zu einer Glanztat zwang. Nur 60 Sekunden später probierte es Sharp, der den Salzburger Goalie erneut prüfte. Ein Tor lag nun in der Luft und siehe da, es fiel: Nicoletti mit einem Schuss aus der Distanz, Gracnar konnte den Puck nicht festhalten und Santorelli stand goldrichtig. Für Santorelli war es der 13. Treffer in der laufenden Saison.

Die Foxes waren nun vom Führungstreffer beflügelt und hätten in der Folge beinahe auch das 2:0 erzielt. Zunächst blieb Whitfield nach einem Konter an Gracnar hängen, ehe Pichè aus aussichtsreicher Position vergab. Wieder nur ein paar Minuten später hatten die Talferstädter eine Doppelchance für Zisser, dessen Abschluss vom gegnerischen Goalie geblockt wurde, bzw. Bernard, der die Scheibe an den Pfosten knallte. Im Mitteldrittel fiel außerdem Charlebois mit einer Knieverletzung aus und wurde in der Folge von Miglioranzi ersetzt.

Salzburg mit einem Doppelschlag innerhalb von 49 Sekunden

Als Kim Strömberg nach nur 38 Sekunden des Schlussdrittels auf 2:0 zu Gunsten der Lokalmatadoren stellte, da schien eine Vorentscheidung gefallen. Aber Red Bull Salzburg schlug zurück – und zwar doppelt. Erst verkürzte Meckler in der 50. Minute, keine 60 Sekunden später musste Hübl neuerlich hinter sich greifen, als ihm Brophey zum zweiten Mal das Nachsehen gab. Kurz vor diesem Doppelschlag hatten die Salzburger den Druck erhöht und mit Keith die Querlatte getroffen.

In der Schlussphase agierten die Foxes wieder offensiver, doch Zählbares kam für die Pokel-Truppe nicht heraus. Auf der Gegenseite hatte Boivin noch eine gute Chance, bevor es in die Verlängerung ging.

Dort hielt Hübl seine Vorderleute bis zur 64. Minute im Spiel und parierte unter anderem eine Großchance Trattings. 78 Sekunden vor der Sirene musste sich der Bozner Goalie aber Boivin geschlagen geben, der das 3:2 für die Salzburger erzielte.

Am Sonntag geht die Pick Round zu Ende

Für den HCB Südtirol steht am Sonntagnachmittag die letzte Partie vor den Playoffs auf dem Programm. Zum Abschluss der Pick Round sind die Weiß-Roten beim EHC Liwest Linz zu Gast. Alle Partien beginnen um 17.50 Uhr. Im letzten direkten Duell hatten die Österreicher das bessere Ende für sich. Sie gewannen in der Eiswelle 1:0.

 


HCB Südtirol – EC Red Bull Salzburg 2:3 n.V. (0:0, 1:0, 1:2, 0:1)

HCB Südtirol: Hübl (Hell); Egger-Nicoletti, Pichè-Tomassoni, Charlebois-Oberdörfer, Miglioranzi; Strömberg-Sharp-Santorelli, Pance-Whitfield-Laliberté, Insam-Bernard-Gander, Zisser-Schofield-J. Esposito, A. Esposito

EC Red Bull Salzburg: Gracnar (Brückler); Tratting-Milam, Heinrich-Fahey, Mühlstein-Boivin, Pallestrang; Cullen-Roe-Meckler, Raffl-Komarek-Motzko, Nödl-Brophey-Keith, Kristler-Hofer-Brucker

Tore: 1:0 Mark Santorelli (30.20), 2:0 Kim Strömberg (40.38), 2:1 Dave Meckler (49.42), 2:2 Evan Brophey (50.31), 2:3 Michael Boivin (63.42) 

 

Pick Round, 9. Spieltag

EC Villacher SV – UPC Vienna Capitals 3:4 n.V. (0:1, 1:2, 2:0, 0:1)
0:1 Sven Klimbacher (10.14), 1:1 Eric Hunter (34.44), 1:2 Jonathan Ferland (36.14), 1:3 Francois Fortier (38.33), 2:3 John Hughes (46.07), 3:3 Benjamin Petrik (54.05), 3:4 Francois Fortier (60.40) 

HC Orli Znojmo – EHC Liwest Linz 3:2 (1:0, 2:1, 1:0)
1:0 Michael Kolarz (2.17), 2:0 Richard Pavlikovski (28.53), 3:0 Marek Spacek (34.00), 3:1 Patrick Leahy (34.33), 3:2 Andrew Jacob Kozek (41.56)

Die Tabelle:

1. EC Red Bull Salzburg 17 Punkte
2. UPC Vienna Capitals 13
3. HCB Alto Adige 12
4. HC Orli Znojmo 10
5. EHC Liwest Linz 9
6. EC Villacher SV 8